Baghrira  *...??  -  28.06.2016

Mein letzter Tag....

 

Heute war mein letzter Tag auf der Erde....

Meine Menschenmama war den ganzen Tag so traurig und hat so sehr geweint... Dabei sagte sie immer das sie glücklich gewesen ist, dass ich einen Teil meines Lebens mit ihr verbracht habe. Sie ist so unendlich traurig und ich kann Ihr diese Traurigkeit nicht nehmen.

Ich bin dankbar für den Teil in meinem Leben, wo ich nicht als namensloser Streuner durch die Straßen lief... Sie nannte mich Baghira... Und tat alles was möglich war um mir zu helfen. Ich hatte so viele Krankheiten... Angefangen bei Diabetis, grauer und Grüner Star, Herzinsuffiziens und Niereninsuffizienz, was mich letzten Endes auch das Leben kostete.

Ich war den ganzen Tag über sehr müde und habe viel geschlafen... Meine Menschenmama ist aber immer wieder mit mir nach draußen gegangen da ich es draußen immer so schön fand. Ich bin noch einige Runden über den Rasen gelaufen, mit ganz vielen Pausen... Da ich sehr müde gewesen bin.... Sie war immer noch sehr traurig und ich konnte ihr nicht sagen, dass sie sich keinen Vorwurf machen durfte... Ich legte immer wieder meinen Kopf in ihre Hand und fand es schön so viele Streicheleinheiten zu bekommen.... Dennoch machte es auch mich traurig das ihr immer wieder Tränen über die Wangen rollten sobald sie mich ansah... Ich wollte nicht das sie so traurig ist... Aber ich wusste auch das meine Zeit hier zu Ende gewesen ist....

Meine Beine waren müde und schwer... Die Kräfte haben nachgelassen. Kämpfen konnte ich nicht mehr. Sie trug mich nach oben zu den anderen Katzen. Ich verabschiedete mich von jedem einzelnen ohne fauchen und Knurren. Noch einmal ging ich mit meiner Menschenmama in den Garten, meine letzte Runde laufen und noch einmal das zwitschern der Vögel hören und den Regen zu spüren. Es tat gut und sie saß einfach nur still bei mir und sprach kein einziges Wort. Dennoch spürte ich ihren Kummer und ihre Sorgen.

Dann kam ein netter Mann, er kam mir bekannt vor... Sie nahmen mich wieder mit nach oben. Dort legten sie mich auf die Couch und eine sehr weiche Decke. Ich wurde wieder gestreichelt und gekuschelt und der Mann gab mir irgendwas wovon ich richtig müde wurde. Ich schlief sehr schnell und tief ein und fühlte mich plötzlich so leicht und schwerelos und all die Last viel von mir ab... Dennoch sah ich sie weinen und ich spürte wie schwer ihr Herz geworden war... Sie fragte sich ob es die richtige Entscheidung war mich gehen zu lassen...

Es endete alles dort wo ich angefangen habe Vertrauen zu lernen... Menschen die mich lieben absolut und bedingungslos. Hier durfte ich friedlich einschlafen. Ohne Angst...

Hier endete mein Leben als großer Kämpfer, dort wo es vor 1 1/2 Jahren begann. Im Kreise meiner lieben...

 

 

Aber, ich habe ihr versprochen... Ich komme wieder... Eines Tages.. Sie wird mich erkennen... Da bin ich sicher...